Die Sieder/innen und ihre Bücher

1. Biologiker - Die Stadt der träumenden Bücher - Januar/Februar
2. Lacky - Die Päpstin - März
3. Hoedlgut - Tod und Teufel - April
4. Daydream - Narnia - Mai/Juni
5. Cinderella-Bis(s) zum Morgengrauen - Juni
6.
Nane - Abendgrauen - Juli
7. Essa - Eine Woche voller Samstage - August

Samstag, 13. März 2010

Making of "Die Stadt der träumenden Bücher"

Guten Tag, darf ich mich kurz vorstellen: Ich bin Hildegunst von Mythenmetz, der Autor von „Die Stadt der träumenden Bücher“, das freundlicherweise von Walter Moers aus dem Zamonischen ins Deutsche übertragen wurde. In diesem Buch schildere ich, wie ich auszog, um den größten Schriftsteller Zamoniens zu finden, meine Erlebnisse im Buchhainer Labyrinth und die Begegnung mit dem Orm. Der geneigte Leser möge sich eigenäugig von den unwahrscheinlich anmutenden Begebenheiten überzeugen, indem er „Die Stadt der träumenden Bücher“ selber liest. Falls Sie noch nichts über mich wissen: Ich bin ein Lindwurm von der Lindwurmfeste in Zamonien, also ein der Dichtkunst verschriebener Dinosaurier.

Nun wurde ich von Kre Ogilobi gebeten, sie dabei zu unterstützen, meine Erlebnisse in einer Seife zu verdeutlichen. Die Auswahl fiel unendlich schwer, zu viele Möglichkeiten drängten sich dem suchenden Geist auf. Sollten wir Danzelots blauen Blumenkohl sieden (wie vermessen), die Buchhainer Antiquariate, die Schreckse, die Haifischmade Phistomephel Smeik, die Harpyren, die gefährlichen Bücher (aber buchimistisches Parfum oder vergiftete Seife konnte ich euch nicht antun – keine Sorge), die lebenden Bücher, die Bücherjäger, Colophonius Regenschein, meine geliebten Buchlinge, den experimentierfreudigen Riesen im Labyrinth, oder gar den Schattenkönig? Je länger ich darüber nachsann, umso weniger wusste ich, was wir machen sollten. Nach langem Ringen ist jetzt die Auswahl getroffen und ich hoffe, ihr werdet vor Zufriedenheit über das Ergebnis mit den Zähnen knolfen.

Das Bienenbrot

Die Suche nach dem geheimnisvollen Autors des perfekten Textes kam erstmals ins Rollen, als ich vom Wildschweinling Claudio Harfenstock ein Bienenbrot und einen Glühkaffee spendiert bekam. Dieser schickte mich zu der verräterischen Haifischmade Phistomephel Smeik, durch den ich – wie der geneigte Leser sicherlich noch weiß – unfreiwilligen Zutritt zum Labyrinth unter Buchhain bekam.

Folgende Zutaten sind in der ersten Schicht, dem „Brot“ enthalten:

450 g Olivenöl
450 g Palmkernöl
225 g Babassuöl
190 g Rapsöl
150 g Weizenkeimöl - für den Weizen in Brot
180 g Schweineschmalz - da ich das Brot von einem Wildschweinling bekam
55 g Bienenwachs - für die Bienen
4 EL Honig klar - bei einem Honigbrot
90 g PÖ Scottish Blossom Honey für den Duft eines Honigbrotes
3 EL Totes Meer Schlamm für die passende Farbe
570 g Ziegenmilch
7% ÜF

Hier sehen Sie den „Brotteig“ vor und während der Gelphase:



Durch die recht heftige Gelphase wurde die Seife leider etwas bröckelig und schwierig zu schneiden, aber schließlich sind doch ein paar ansehnliche „Brotscheiben“ entstanden:


Darauf kam eine Schicht heller Seife (unbeduftet) als „Butter“:

300 g Kokosfett
300 g Palmkernfett
240 g Rapsöl
240 g Reiskeimöl
120 g Mandelöl
400 g dest. Wasser
7% ÜF



Und darauf dann Transparentseife (ebenfalls unbeduftet) als Honig: (Herzlichen Dank an Gankerl für das Standardrezept Nr. 2)

170 g Palmfett
122 g Rizinusöl
110 g Kakaobutter
90 g Kokosfett
50 g Reiskeimöl
190 g Wasser
0% ÜF
244 g Ethanol
135 g Glyzerin
149 g Zucker
95 g Wasser
gelbes Kosmetikpigment

Gekrönt wurde das Ganze dann noch von ein bis zwei Plastikbienen. Es handelt sich ja schließlich nicht um ein einfaches Honigbrot, sondern ein Bienenbrot und da sind die (meistens) entstachelten Bienen schließlich der besondere Clou. Auch die Plastikbienen haben wir selbstverständlich entstachelt, also von ihrem potenziell ranzfördernden Metallspieß befreit.






Die Buchlinge – Das Alphabet der Sterne

Viele Gerüchte existieren über die Schrecklichen Buchlinge (nachzulesen u.a. in „Die Katakomben von Buchhain“ von Colophonius Regenschein): ein einäugiges Zyklopenvolk, das tief unten in den Buchhainer Katakomben angeblich alles bei lebendigem Leibe frisst, das ihm über den Weg läuft. Neben dem Schattenkönig die am meisten gefürchtete Daseinsform der Katakomben.
Die Buchlinge, die eine so wichtige Rolle in meiner Geschichte spielen, mussten unbedingt in der Seife verewigt werden. Die Auswahl der Fette stellte hier ein schier unlösbares Problem dar. Da sich die Buchlinge ja nur vom Lesen ernähren, schied ein Bezug zu ihrer Nahrung aus. Das Einzige, was sich angeboten hat, war das Fett von Bücherwürmern. Aus diesen stellen die Buchlinge die Kerzen her, die ihnen das Licht beim Lesen spenden. Sie haben ja eine Abneigung gegen die in den Katakomben verbreiteten Leuchtquallen. Leider konnte ich trotz intensiver Suche nicht genügend Bücherwürmer in ausreichender Qualität auftreiben, deshalb gibt es hier ein „normales“ Seifenrezept. Beduftet ist der Buchling mit einer Mischung aus ÄÖ Rosenholz und ÄÖ Sandelholz (holzig wie das Papier der Bücher, dem Lebensinhalt der Buchlinge).

250 g Kokosöl
200 g Rapsöl
200 g Palmkernöl
200 g Reiskeimöl
50 g Rizinusöl
50 g Sheabutter
50 g Mandelöl
335 g dest. Wasser
7% ÜF
• der Großteil mit 6 TL Argiletz Tonerde grün
• eine kleine Menge mit gelbem Pigment für die Augen




Die Seife wurde am zweiten Tag pilliert und der grüne Teil beduftet mit
15 g ÄÖ Rosenholz (naturidentisch)
15 g ÄÖ Sandelholz (naturidentisch)

Daraus wurden dann die Buchlinge auf einer laminierten Vorlage geformt und mit dest. Wasser in die Dividor-Abteilungen geklebt. (Die weißen Streifen sind aus der „Butter“-Massen vom Bienenbrot)



Umgossen wurden die Buchlinge mit ihrer Heimat, dem pechschwarzen Labyrinth von Buchhain. Gefärbt mit Pflanzenkohle, der holzige Duft der Buchlinge wurde hier noch ergänzt durch Ledergeruch – für die lederne Grotte, in der die Buchlinge wohnen.

560 g Olivenöl
400 g Babassuöl
400 g Kokosöl
160 g Rapsöl
80 g Rizinusöl
500 g Reisdrink
7 % ÜF
5 TL Pflanzenkohle
30 g ÄÖ Rosenholz (naturidentisch)
30 g ÄÖ Sandelholz (naturidentisch)
22 g PÖ Englisch Leder (Kerzenmeister)


Wie Sie vielleicht an seinem einzigartigen Ausdruck, seiner noch sehr geringen Größe oder an seiner blass grünen Hautfarbe erkennen können, kann es sich bei dem in unserer Seife dargestellten Buchling nur um einen handeln: Hildegunst von Mythenmetz.

In die oberste Schicht der Buchlingsseife haben wir dann noch mit Silberpuder das Alphabet der Sterne eingearbeitet, das ich am Ende meiner Reise entdecken durfte, als ich zum ersten Mal das Orm erlebte. Die folgenden Bilder zeigen die Seife direkt nach dem sieden und am Tag darauf (keine Gelphase):






Hier noch ein Bild der fertigen Buchlinge und die Rückseite mit dem Alphabet der Sterne:





Das nächste Problem stellte eine angemessene Verpackung dar. Hier haben wir uns vom Schattenkönig inspirieren lassen und eine Verpackung aus zerrissenen und zusammengeklebten Stücken bedruckten Papiers (Buchseiten) kreiert. Eine farblich passende Banderole hält das Papier jeweils zusammen. (Die Zutatenlisten kleben jeweils innen in der Verpackung.)



Jetzt hoffen wir, dass ihr mit euren Seifen viel Freude haben werdet (wenn auch natürlich nicht so viel wie beim Lesen des Buches).

Hier hört die Geschichte auf.

Hildegunst von Mythenmetz mit Unterstützung von Kre Ogilobi

Mittwoch, 3. März 2010

Biologiker - Die Stadt der träumenden Bücher

Die Seife wurde bereits gesiedet und ist zu uns unterwegs.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Lacky - Die Päpstin

HIER könnt ihr etwas über das Buch nachlesen.

Daydream - Narnia

HIER könnt ihr etwas über das Buch nachlesen.